Das erste Zittern und Bangen ist überstanden, ihr habt ihn euch geangelt. Man hat die ersten gemeinsamen Wochen wie im Rausch erlebt und nun holt euch der Alltag zurück, auch seiner. Plötzlich geht er wieder ans Telefon und ist auch für andere wieder erreichbar. Als erste ruft natürlich Mutti an, einfach nur um abzuchecken, ob das Kind noch lebt und es ihm gut geht und in diesem Zuge wird der Junge mit Hilfe seines Leibgerichtes am Wochenende zum „Futtern bei Muttern“ eingeladen. Hier gibt es drei Möglichkeiten jetzt für ihn zu antworten: „Nein, ich bin schon anderweitig verabredet an diesem Wochenende.“ (freu dich) Oder einfach: „Ja, ich bin um 12 Uhr dann da!“ aber er wird dich nicht mitnehmen (ich würde jetzt stutzig werden) oder „Ja, aber ich bringe noch (m)eine Freundin mit!“ Egal ob er jetzt eine oder meine gesagt hat, für Mutti ist das unwichtig, sie wird dich trotzdem auf Herz und Nieren prüfen. Du könntest dir jetzt zwar so deine Gedanken darüber machen ob da nun ein „M“ vor eine war oder nicht, was aber eher nebensächlich ist, denn: Er nimmt dich mit in die Höhle des Löwen! Unwissend in welchen Stress er dich gerade versetzt hat, ist seine Absicht aber eine gute bzw. ein gutes Zeichen. Zudem lernt man ihn in Gegenwart seiner Mama gleich noch viel besser kennen, denn Mutti kennt kein Erbarmen. Sollte er über die Stränge schlagen in seinem Verhalten, kassiert er knallhart auch in deiner Gegenwart ein Rüge von Mutti, so als wäre er erst 4 Jahre alt! Immerhin sieht seine Mutter ihn immer noch als ihr Kind vor sich sitzen, da ist es egal ob der Mann 18 oder 38 Jahre auf dem Buckel hat. Nichts desto trotz wird es deine Prüfung sein. Dann gibt es mehrere Kategorien von Müttern, denn auch hier gilt jeder Mensch ist anders. Darum werde ich mal drei Beispiele aufzeigen. Erstens – die „Vollblutmutti“, die sich seit je her nichts anderes vorstellen konnte, als Hausfrau und Mutter zu sein, auch diese Mütter können durchaus intelligent und clever sein, auch wenn sie hierfür nicht übermäßig viele schulische Zertifikate gesammelt haben, um dies unter Beweis zu stellen. Diese Frauen sind meist sehr traditionell veranlagt und geben dies auch unbewusst an ihre Söhne weiter, wie Frauen sein sollten. Entpuppt sich seine Mutter also als fabelhafte Köchin mit Putzwahn und einer steilen Karriere ihres „kleinen Familienunternehmens“ kannst du Dir fast sicher sein, dass auch dein Typ Dich, wenn er denn die rosarote Brille abnimmt, in seinen Augen in genau dieser Rolle zukünftig sieht, da er ja nichts anderes kennen gelernt hat.
Oder es gibt die Variante des Typen Frau, deren Charaktereigenschaften Unabhängigkeit, Eigensinn und Stolz beinhalten. Diese Frauen könnten gar nicht damit leben, finanziell abhängig von jemand anderen zu sein, denn machen wir uns nichts vor, so endet es normalerweise. Dann das schleichende Absterben der Gehirnzellen, da Unterhaltungen mit 2- Jährigen in der Regel nicht sehr anspruchsvoll sind und auch tägliches Abspülen und Aufwischen nicht sehr animierend sind und die geistigen Fähigkeiten bei Weitem nicht auslasten. Sicher, könnte man jeden Tag in einen anderen Krabbel-, Schwimm-, oder Frühförderkurs, aber das kostet! Wer also nicht zuletzt einen königlich bezahlten Job hatte, müsste an dieser Stelle wieder um Taschengeld bitten gehen. Gehört „Mutti“ eher zu diesem Typ und hat für jede Art von Ausbildung, die sie je angefangen hat auch ein Abschlusszertifikat in der Schublade, stehen die Chancen wesentlich besser, dass man auch diesen Weg einschlagen kann, ohne dafür Missbilligung zu ernten, da man ja Mann, und später eventuell Kinder, vernachlässigt.
Wo wir auch schon bei den Kindern wären und hier lauert die wahrscheinlich gefährlichste junge Dame - „Papas Prinzessin“! Ja, die Tochter ist auf keinen Fall zu unterschätzen, denn wenn es in ihrem Interesse liegt, Dich zu Fall zu kriegen, schafft sie das meist auch, egal wie alt. Sollte seine Tochter nicht bei ihm leben ist es weniger gefährlich, da man so nicht unter Dauerbeschuss steht, aber dafür kann das „Papa-Wochenende“ eine 48 Stunden-Nervenprobe werden. Denn hier gilt: „Es kann nur Eine geben!“, die im Mittelpunkt steht! Und vor allem muss man dafür dann auch sehr viel Verständnis aufbringen, da Papi ja sonst nix von dem Kind hat. In diesem Fall werden auch mal gern die Kinder (die er vielleicht mit Dir hat), zurückgestellt und es wird völlig vergessen, dass die „neuen Kinder“ als einzige Aufmerksamkeit auch nur ein „Gute-Nacht-Küsschen“ innerhalb der Woche erhaschen, weil Papa von 7-19 Uhr berufsbedingt außer Haus ist. Also, zusammenfassend kann man sagen, dass die Tochter, egal welche Alterklasse, teilweise beziehungsschädigend sein kann. Und nun zu der Frau, die für die kleine Konkurrentin verantwortlich ist – die Ex und Königin Mutter.
Alle anderen Ex-Beziehungen könnt ihr gut und gerne vergessen und braucht ihr auch nie weiter nachzufragen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Jungs von den meisten weder Namen wussten, noch konnten sie sich an die Gesichter erinnern, vielleicht weil der Speicherplatz im Hirn ab dem zweistelligen Bereich sowieso voll ist, selbst wenn der Telefonspeicher diese Daten vielleicht noch hergeben würde. Also nun zu der einzigen Ex, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, die Mutter seines/seiner Kinder! Für den Fall, dass er ein lieber Papi ist, so wie man es sich eventuell für die eigenen noch folgenden Kinder wünscht, wird er zu dieser Frau intensiven Kontakt pflegen. Ob das nun gezwungenermaßen passiert oder auf freundschaftlicher Basis ist hierbei egal, denn beides nervt! Diese Frau hat geradezu Narrenfreiheit, er wird sie definitiv wieder anrufen! Denn sie hat einen Joker in der Hand und dieses „Ass im Ärmel“ wird, spätestens in schlechten Zeiten, gnadenlos als Druckmittel eingesetzt! Aber lieber die keifende Giftnatter, die sich mit einem großen Knall von ihm getrennt hat und ihn heute noch gern für die „verlorenen Jahre“ bestrafen möchte, als den anderen Typ Ex. Der andere Typ Ex ist diejenige, die sich nach dem Kind in Sicherheit gewogen hat, sich gehen lassen und so für das Kind aufgeopfert hat, dass sie vergessen hat sich ab und an mal um den Vater zu kümmern. Diese Frauen bemerken erst zu spät ihren Fehler. Sie schweben so auf ihrer „Kinderglücks-Wolke“, dass sie nicht merken, dass sie zwar noch ihren Mann aus Gewohnheit lieben. Sie schmelzen dahin, wenn er das Kind in den Armen wiegt oder wie niedlich er aussieht, wenn er den pinkfarbenen Kinderwagen schiebt und bemerken vor lauter Glückseligkeit nicht, dass er sich zwar hinreißend mit seinem Sprössling in der Duddudadda-Sprache unterhält, aber mit ihr kaum ein Wort gewechselt hat in der vergangenen Woche. Diese Frau wird völlig aus ihren Illusionen gerissen an dem Tag wo ihr frisch (in eine Andere) verliebte Mann sagt, dass Schluss sei. Diese Frau wird und kann ihn nicht vergessen und aus diesem Grund immer seine Nähe suchen. Das Kind wird sie immer persönlich abgeben, hierbei wird euer Liebesnest stets aus den Augenwinkeln kontrolliert. Sollte er das Kind abholen, wird er stets mit Kaffee und Kuchen oder einem frisch gekochtem 3-Gänge-Menü empfangen. Hierbei ist sie natürlich trotzdem immer bestens gekleidet und gestylt, so dass er die Frau im Jogginganzug, die er damals verlassen hat, kaum wieder erkennt. Selbstverständlich gibt es sowieso noch was ganz wichtiges zu besprechen, weshalb er sowieso noch gleich zum Essen bleiben kann und da sie sich ja nicht sicher ist, ob Du, als die böse „Stiefmutter“, dem Kind überhaupt was zu essen gibst. Zufällig wird natürlich noch eine schöne Erinnerung an früher thematisiert usw. Jedenfalls nervt und stört der letzte Typ Ex gewaltig. Selbst wenn sie nichts mehr ausrichten kann, aber diese ständigen Versuche bringen dich früher oder später auf die Palme und am Ende stehst du da, wie eine „hysterische, eifersüchtige Kuh“ und wirst von ihm dafür ausgelacht. (Aber macht nichts, denn insgeheim fühlt er sich etwas von deiner Eifersucht geschmeichelt!)
Das Waschweib