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Entscheide dich jetzt!


Kennt ihr das auch? Wochen-, monate-, ja sogar jahrelang läuft euch niemand über den Weg, der auch nur ansatzweise interessant wäre. Ein paar Wochen steht man das meistens unproblematisch durch, aber was ist, wenn daraus Monate oder Jahre werden, dann könnte man schon fast verzweifeln, oder? Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass man nur widerwillig seine Ansprüche an den anderen herunterschraubt?  Ich glaube eher, dass gerade das Gegenteil passiert - man achtet, je älter man wird, mehr auf Details. Und die Details sind meistens nicht auf den ersten Blick zu erkennen, so dass das Entscheidungskriterium „Äußerlichkeiten“ immer weiter nach hinten rückt in der Rangliste, der abzuhakenden Eigenschaften.


Aber das eigene Selbstbewusstsein wird mit Sicherheit angekratzt, in der Annahme, dass man bestimmt keinen mehr abbekommt. Gleichzeitig wird man durch das lange Alleinsein aber immer unanpassungsfähiger.


Und dann kommt der Tag an dem einem die Sterne besonders wohl gesonnen sind und schicken einem gleich zwei Menschen vorbei, die interessant sind und das Interesse auch auf Gegenseitigkeit beruht. Was nun? Die erste Euphorie, zwei Eisen im Feuer zu haben, artet schnell in Stress aus, es beiden recht zu machen und beides unter einen Hut zu bringen. Solange es nur beim Kaffeetrinken oder Kinogehen bleibt, ist das schlechte Gewissen entweder noch gar nicht da oder es hält sich zumindest in Grenzen. Aber es wird auch der Tag kommen, an dem es nicht beim Kaffee im Café bleibt, sondern man noch mit auf einen Kaffee reinkommt. Und was dann meistens kommt, so in der heimeligen Atmosphäre, dürfte man wissen, selbst wenn man es noch nicht erlebt hat. (Schließlich kennen wir die Szene alle schon aus dem Film) Leider weiß man danach oft noch immer nicht, was man will, denn was an diesem ersten gemeinsamen Abend/Nacht real passiert, ist eben meist nicht so perfekt wie im Film. Nein, meistens sind es „Flops“ oder 0815, was eigentlich den „Flop“ noch interessanter macht, zumindest erinnert man sich daran länger! 


Aber eine Entscheidungshilfe war die Aktion trotzdem nicht – im Gegenteil, denn jetzt kommt der Gedanke auf, doch auch noch mal das andere „Eisen“ zu testen. (Zumindest wenn man sich nicht so schwer verliebt hat, dass man sowieso schon völlig in Flammen steht) Aber die „Weitertester“ sind genauso wie die „Eisen“ zu bedauern, denn ich glaube nicht, dass die meisten so cool sind, jetzt (bisschen) Liebe von Sex zu trennen. Das schlechte Gewissen wird jetzt zum ständigen Begleiter. Die Angst ist stets da, dass die beiden Personen voneinander Wind bekommen könnten, denn man möchte ja keinen verletzen oder kränken. Man zuckt bei jedem SMS-Pieps zusammen, löscht diese sofort nach dem lesen, sollte sie irgendwie falsch zu deuten sein. Die Anruflisten werden ständig gelöscht bzw. selektiert (das würde ich zumindest an Stelle der Männer tun) ansonsten kennt ihr jetzt einen wahren Grund, warum meistens die Männer beim Fremdgehen erwischt werden – sie sind zu vergesslich und unterschätzen, dass Frauen die besseren Detektive sind, denn weibliche Intuition ist selbst für Frauen noch ein Phänomen!


Solange der Tag der Entlarvung aber nicht gekommen ist, wird weitergespielt, ja sogar gezockt bis zum bitteren Ende, wie in diesen uralten Glücksspielsendungen mit Tor 1, Tor 2 oder Tor 3, wer hier nicht aufpasst, geht auf jeden Fall mit der Niete nach Hause. Denn sollte man so „ehrlich“ sein wollen und gesteht den beiden Rivalen, dass man sich noch entscheiden muss, kann es zwar so sein, dass sich diese beiden jetzt erstrecht ins Zeug legen. Wunderbar, oder? Aber sehr tückisch! Denn selbst wenn man sich irgendwann entscheidet, nimmt man die Quittung für das vorangegangene Spiel in der Hosentasche mit nach Hause. Denkt nicht, dass derjenige für den man sich entschieden hat, nur dankbar dafür ist und sich freut. Sicher, steht die Freude darüber, den Rivalen oder die Rivalin abgehängt zu haben, zuerst im Vordergrund, aber wehe der erste Streit steht an. Denn genau hier wird einem die Geschichte nachtragend wieder aufs Brot geschmiert, (ich würde das so machen). Oder es scheppert bei dem Geständnis so gewaltig, dass man vor zwei Scherbenhaufen steht.


Genauso spannend wird es auch, wenn man sich während einer laufenden Beziehung noch in jemand anderen verliebt. Die besonders treuen Menschen versuchen ja dieses Gefühl für den „Neuen“ zu unterdrücken, aus echter Liebe zu seinem Partner. Funktioniert aber nicht! Jetzt entscheidet ein anderes Gefühl – die Angst! Welche Angst?! Die Angst, das Alte, Liebgewonnene und Gewöhnte zu verlieren, nur wegen einer Dummheit bzw. die Angst vor dem neuen unbekannten Gebiet. Will man z.B. 3 schöne Jahre wegwerfen für vielleicht 3 Monate frisches Glück, das aber dann ein jähes Ende nimmt? Jetzt entscheidet die Angst, die größer ist, wofür oder wogegen man sich entscheidet. Schon möglich, dass in einer laufenden Beziehung man eventuell auf etwas mehr Nachsicht bei dem „Betrogenem“ trifft, da diese Leute völlig kalt und aus dem Nichts erwischt werden und sich genauso aus dem Grund der Angst, plötzlich alleine dazustehen und von vorne anfangen zu müssen, an diese „angeknackste“ Beziehung krallen. Auch wenn sie einem vergeben, Sie werden es nie vergessen! Im Gegensatz zu zwei Rivalen, mit denen man noch nicht verbandelt ist, die haben noch nicht diese Nähe gehabt, auch wenn sie auf rosa Wolken schweben. Rosa Wölkchen können sich aber sehr schnell auflösen und hinterher ist nichts mehr davon zu sehen. Hier kann man einfach unter „die/den kenne ich nicht mehr“ abgelegt werden.


Zusammenfassend kann man, glaube ich, in so einem Fall keine hilfreichen Tipps geben, jemanden verurteilen oder sonst irgendwas, denn es kann jeden treffen, dass man morgen in so einer Zwickmühle sitzt, auch mir.


Das Waschweib


Fotos: © Fotolia.com

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