Hallo liebe Flirter!
Gute Vorsätze, so wie manche Leute dies Jahr für Jahr an Silvester tun ist es auch bei Beziehungen. Als junger Mensch hat man so seine Vorstellungen, wie sein Leben so zu laufen hat bzw. legt man sich selber eine Art Plan zurecht. Auch ich, obwohl ich mich selbst nicht als großer Organisationfan einstufe, war mit ca. 17 Jahren der Meinung, dass ich z.B. mit 27 mein erstes Kind bekommen werde, und dann noch ein zweites. In meinem Plan waren das zwei Mädchen. Mein Hochzeitskleid hatte ich mir auch schon entworfen, zumal ich der Meinung war, ich würde nach meinem Abi Design studieren. Heute bin ich 30, ledig und meine beiden Söhne sind bereits fast 5 und 4 Jahre alt. GENAU, Plan nicht erfüllt, aber ich bin trotzdem absolut zufrieden und glücklich. Nicht einmal Modedesignerin bin ich geworden, sondern gleich nach dem Abi zufällig in der Immobilienbranche gelandet und nun hier!
Ähnlich lief dies auch im Bereich Beziehungen. Ich hatte gute Vorsätze. Erstmal wusste ich genau, was ich für einen Typen suchte, wo ich hängen geblieben bin, entspricht eben nicht meinem damaligen Beuteschema.
Ein anderer durchaus ehrenwerter Vorsatz war: „Mische dich nicht in bestehende Beziehungen, Familien ein!“ Naja, wie ich schon erwähnte, sind meine Pläne meistens nie so richtig aufgegangen, denn beinahe wäre er verheiratet gewesen und ein Kind war auch schon da. Heute weiß ich es besser, denn man kann nur Beziehungen zerschlagen, die schon bröseln. Und manchmal rüttelt man auch nur durch einen dummen Zufall Leute wach, die nur glauben glücklich zu sein, da diese ihren Plan bis zum Tag X besser verwirklicht haben. Ja, und manchmal bringt eine einzige Begegnung die Säulen des stabilsten Lebenskonstrukts zum Wanken und schließlich zum Fall.
Ein weiterer guter Vorsatz bzw. Plan ist z.B. der gesellschaftliche Stand der einem vorschwebt den der andere haben sollte. Es gab diverse Aussagen aus meinem engsten Bekanntenkreis, die mich schon mit einem Typen gesehen haben, der vor seinem Nachnamen einen Doktortitel schreiben darf oder zumindest studiert hat. Ein anderer hat es mal als „Spießer“ zusammengefasst. Ich und ein Spießer, wie kommt man denn auf so was? Ich dagegen wusste schon immer, dass es mal irgend so ein „Verrückter“ werden würde.
Was nicht geplant war, dass dieser Verrückte mein Chef sein würde. Denn das hatte ich mir mal geschworen, Arbeitskollege ok, aber alles darüber geht nicht, außer schief. Zumal es fürchterlich nervig sein muss, sich 24 Stunden am Tag ständig über den Weg zu laufen. Nein, es klappt bestens!
Die nächste, als böse Falle verschrien, ist die Ansicht, dass es zwischen Mann und Frau keine reine Freundschaft geben kann oder gar, dass wenn daraus eine Beziehung wird, das gut geht. Wir waren „Kumpels“ geworden, die sich sämtlichen Kram erzählt haben, da wurde auch das Liebesleben nicht ausgelassen. Da ich wenige Zentimeter größer bin, hatte auch keiner von uns damals wirklich ernsthaft an was anderes außer miteinander quatschen und feiern gedacht, eben nur an eine Kumpelbekanntschaft. Aber vielleicht ist gerade unsere vorausgegangene Freundschaft, in der viele Sachen detailliert ausgesprochen wurden, die man normalerweise seiner neuen Liebschaft nicht auf die Nase bindet, die gute Basis für unsere Beziehung.
Das alles soll nur sagen, dass es eben manchmal das einzig Richtige ist, all seine guten Vorsätze und Pläne über Bord zu werfen. Vor allem aber, sollte man in solchen Angelegenheiten nie auf die Meinungen anderer bauen! Gegen die Strömung und gegen den Wind, nur nie gegen sein eigenen Gedanken und Gefühle!
Das Waschweib